SKIWANDERN IM BAYERISCHEN WALD 08.02.-12.02.2020

Von Eck über den Arberkamm und über die einsamen Schachten entlang des Grenzkamms zum Großen Rachel.

Diese fünftägige Tour der DAV-Sektion Darmstadt-Starkenburg begann samstags in der Früh. Um 06:32 Uhr fuhren wir mit dem Zug von Darmstadt nach Arrach. Ankunft 12:22 Uhr, für 6 Personen zum Gruppensparpreis von 15,90 € p.P. und trotz mehrmaligen Umsteigens eine gute Verbindung. Von Arrach gingen wir 5km zu Fuß hoch zum Berggasthof Eck. Ab hier wollten wir eigentlich 9 km auf der Auerhahn Höhenloipe bis zur Berghütte Schareben laufen. Da es aber nur wenig Schnee hatte und die Loipe deshalb nicht präpariert war, sind wir zu Fuß auf dem Arberkamm über den 1080 m hohen Mühlriegel und das 1238 m hohe Schwarzeck gegangen. Dies dauerte etwas länger als auf der Loipe, so dass wir erst in der Dämmerung in unserer Unterkunft ankamen. In der Berghütte Schareben hatten wir ein 6er-Zimmer reserviert. Mit dieser zünftigen Unterkunft waren wir insgesamt recht zufrieden.

Zu Fuß auf die Hochfläche des Heugstatt

Am Sonntagmorgen sind wir bei besten Wetter direkt von der Hütte auf den 1262 m hohen Heugstatt gestiegen und auf der Ski- und Schneeschuhroute über die lichten Höhen von Enzian und Kleiner Arber zur Chamer Hütte. Hier lag nun auch ausreichend Schnee um teilweise mit Ski zu gehen bzw. abzufahren.

Blick vom Kleinen Arber zurück auf Enzian und Schwarzeck

Von der Chamer Hütte wollten wir ursprünglich für 6 km auf der Loipe in Richtung Bretterschachten gleiten um dann auf einem Forstweg 8 km lang hinab nach Regenhütte zu fahren. Ab da sollte unsere Strecke für 3 km auf einem Winterwanderweg in Richtung Ludwigsthal und weitere 3 km auf der Loipe hinauf zum Zwieseler Waldhaus führen. Zwar war die Loipe zum Bretterschachten in gutem Zustand, für die Abfahrt nach Regenhütte lag aber bei weitem nicht genug Schnee. Deshalb statteten wir doch dem Großen Arber einen Besuch ab und folgten dem Arberweg hinab zum Großen Arbersee. Dies ist zwar kein ideales Backcountry-Skigelände, aber auf dem Forstweg hinunter zum See kamen trotzdem die Ski zum Einsatz. Weiter ging es ohne Schnee über Seebachschleife und Schwellhäusl zu unserer Unterkunft im historischen Zwieseler Waldhaus. So verkürzte sich unsere Tagestrecke von den geplanten 25 auf 21 km.

Hochschachten und Großer Rachel vom Kleinen Arber

Am Montag wollten wir ursprünglich, zunächst auf der Loipe, dann auf einem Wanderweg zum Ruckowitzschachten hinauf und weiter über Rindelschachten und Jährlingsschachten. Abschließend wollten wir auf Forstwegen hinunter nach Buchenau fahren. Wegen des Orkantiefs Sabine mussten wir aber im Tal zu unserer Unterkunft in Buchenau gehen. Glücklicherweise wird dort das einfache Gasthaus Zum Latschensee immer noch von den netten, alten Wirtsleuten bewirtschaftet.

Auch am Dienstag herrschte noch Sturm, so dass wir unseren ursprünglichen Plan, über den Lindberger Schachten, hinauf zum Grenzkamm und über die abgelegenen Hochschachten nach Frauenau zu gehen, aufgeben mussten. Statt der 21 km langen, anspruchsvollen Schachtenrunde sind wir zu Fuß um den Stausee herum nach Frauenau gegangen. Zu der Schachtenrunde hat uns die Wirtin vom Gasthaus Latschensee übrigens erzählt, dass diese im Winter üblicherweise nur mit Schneeschuhen möglich ist. Noch besser würde es aber mit Skiern gehen. In Frauenau haben wir dann in der Pension Bayerwald übernachtet. Diese einfache und preiswerte Unterkunft, nahe der Ortsmitte von Frauenau, ist ein echter Geheimtipp. Die Wirtsleute sind total nett und bieten einen Super-Service. 

Am Großen Rachel

Nachdem zuvor der Regen und die milden Temperaturen des Sturmtiefs dem ohnehin wenigen Schnee arg zugesetzt hatten war am Mittwoch in der Früh alles weiß. Darum haben wir, wie geplant, als krönenden Abschluss, den 1462 m hohen Großen Rachel bestiegen. Trotz oder gerade wegen der eingeschränkten Sicht war dies ein beeindruckendes Erlebnis. Mangels Unterlage war im unteren Teil leider kein Skilaufen möglich, aber oben lag stellenweise so viel Schnee, dass ohne Ski oder Schneeschuhe kaum ein Vorankommen möglich war. Allerdings mussten wir uns an diesem Tag ein wenig sputen, denn um 14:34 Uhr ging die Waldbahn von Frauenau nach Plattling und von dort fuhren wir mit dem ICE weiter in Richtung Heimat. Trotz des vorangegangenen Sturms kamen wir planmäßig um 20:27 Uhr in Darmstadt an. Die Zugfahrt war herrlich entspannt und mit einem Gruppensparpreis von 9,90€ p.P. extrem preiswert.

Der Bayerische Wald ist übrigens auch bei der Gemeinschaftsaktion „Fahrtziel Natur“ von DB, BUND, NABU und VCD dabei. Als Übernachtungsgast erhält man automatisch das Gästeservice-Umwelt-Ticket (GUTi) und hat damit in 25 Gemeinden freie Fahrt in allen Bussen und der Waldbahn.

Streckenverlauf und Höhenprofil der geplanten Tour auf alpenvereinaktiv.com ansehen