ALPINA DISCOVERY 102 – Ein etwas ungewöhnlicher Backcountry-Ski

Der Discovery 102 ist der breiteste Backcountry-Ski von Alpina. Auf den ersten Blick fällt die für Backcountry-Ski ungewöhnlich starke Taillierung mit einem Sidecut von 102-64-87 auf. Auch sind die verfügbaren Längen von 148-178 cm außergewöhnlich kurz. Beim genaueren Betrachten erkennt man die recht lange Steigzone und die geringe Vorspannung von nur wenigen Millimetern. Ungewöhnlich ist auch die geringe Aufbiegung der Schaufel, sozusagen ein Anti-Rocker. Der Auflagepunkt befindet sich gerade mal 10 cm hinter der Skispitze. Bei anderen BC-Ski sind das mindestens um die 13 cm. Auffällig auch das Gewicht. Beim Nachwiegen ergaben sich für die 178 cm lange Version leider 2700g pro Paar. 

Zuerst habe ich den Discovery auf einer leichten, flachen Tour im Allgäu getestet. Im Aufstieg zeigte sich sofort die gute Steigfähigkeit des 80 cm langen Schuppenbereichs. Bei weichem Schnee und moderat angelegter Spur konnte ich die Felle an diesem Tag im Rucksack lassen. Allerdings fiel schon bei 15 cm Neuschnee auf, dass die sehr flache Schaufel gerne im Schnee verschwindet. Was Alpina zu dieser Schaufel, vor allem in Verbindung mit der geringen Vorspannung, bewogen hat, ist mir völlig unklar. Erfreulicherweise machte sich das häufige Abtauchen nach etwas Gewöhnung nicht allzu nachteilig bemerkbar.

Bei der Abfahrt war der Discovery dann ziemlich langsam. Die guten Steigeigenschaften gibt’s halt nicht geschenkt, aber manche mögen u. U. bergab gar nicht so schnell werden. Ansonsten ließ er sich im Tiefschnee gut steuern, so wie man es von einem Ski dieser Breite erwartet. Auf hartem Untergrund machte sich die Taillierung angenehm bemerkbar. Hier ließen sich die Ski leicht drehen und wiesen ausreichend guten Kantengriff auf.

Danach stand eine Durchquerung im Bayerischen Wald auf dem Programm und da sich z.B. auf dem Arberkamm einige Anstiege und Abfahrten dicht aneinander reihen, wählte ich den Discovery und ließ die Felle zu Hause. Auch bei der abschließenden Skitour auf den Großen Rachel ließ sich der lange Anstieg im Neuschnee, ohne Felle gut bewältigen. So konnte ich von dem sturmumtosten Gipfel, ohne lange Fummelei, sofort wieder abfahren.

Fazit: Der Alpina Discovery 102 ist wirklich ein ungewöhnlicher Backcountry-Ski. Bemerkenswert sind seine außergewöhnlich guten Steigeigenschaften. Die damit verbundene Bremswirkung bei der Abfahrt kann ich meistens verschmerzen. In Verbindung mit seiner Drehfreudigkeit ist es damit ein anfängerfreundlicher Backcountry-Ski für bergiges Gelände. Mit einer anderen Biegelinie fände ich ihn perfekt. Ein Manko ist leider das relativ hohe Gewicht. Nichtsdestotrotz hatte ich mit diesem Ski bisher viel Spaß.

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